14
Jan.

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Die Gailtaler Tracht

Die Gailtaler Tracht

Getragen wird die Gailtaler Tracht nicht nur weil sich die Villacher neben dem Drautal auch dem Gailtal zugehörig fühlen sondern auch, weil durch die vielfältigen Farben der Tracht Jugendlichkeit und Fröhlichkeit vermittelt wird. Die Geschichte der Gailtaler Tracht ist genau so bunt wie ihr Äußeres, denn es waren die Fuhrleute aus dem Gailtal die für ihre Frauen aus den benachbarten Regionen Geschenke mitbrachten die in die Tracht übernommen wurden. Auffallend sind die kurzen Röcke, die nach alten Aufzeichnungen deshalb getragen wurden, weil auf den sauren Wiesen des Gailtales lange Röcke nicht zweckmäßig waren, angeblich schon zu Zeiten Maria Theresias, die ausschließlich das Tragen von langen Röcken anordnete.

Text: Wabn

Die Untergailer Festtagstracht

Die Untergailtaler Festtagstracht wird in erster Linie am Jahreskirchtag getragen. Da sie fest an dieses  Brauchtum gebunden ist, konnte sie zusammen mit diesem überleben. In den letzten Jahren bemüht man sich verstärkt, diese wunderschöne und wohl einzigartige Tracht im Alpenraum nachzuschneidern, alte Muster zu erhalten und unverfälscht an die Jungen weiterzugeben Dabei hat sich die Trachtenschneiderei Fischer in Nötsch, die als Familienbetrieb seit 1885 auf eine lange Tradition in der Herstellung der Gailtaler Tracht zurückblicken kann, um die Erhaltung der Tracht besonders verdient gemacht. Auch die  rund 40 Frauentrachten, die die Villacher Bauerngman im Laufe der letzten Jahrzehnte angeschafft hat, stammen aus der Werkstatt Fischer.

Text: Fischer

Die Gailtaler Frauentracht

 

Die Gailtaler Frauentracht besteht aus einer Vielzahl von Teilen.  Die weißen Strümpfe mit ihrem markanten Zipfelmuster heben die Waden der Mädchen besonders hervor. Die halbhohen Schnürstiefelchen bestehen aus schwarzem Leder, versehen mit weißer Stickerei am Schaft. Die knielange Unterhose aus Baumwollwebe wird unter einem engen kurzen Unterrock (rajuc) getragen. Unter dem spitzenbesetzten Rand blitzen rote Strumpfbänder hervor.  Im Volant des großen Unterrocks werden gut 12 Laufmeter Baumwollwebe oder Leinen verarbeitet. Er wird sorgfältig gestärkt und ermöglicht so in üppiger Fülle das federnde Mitschwingen des schweren Kittels.

 

Die ebenso sorgfältig gestärkte Leinenbluse mit den weitbauschigen Ärmeln und den V-förmigen, gefältelten Kragen (kreaschl - kommt von gekräuselt), bildet einen starken Kontrast zum dunklen Leiblkittel. Dieser Leiblkittel besteht aus einem handplissierten Rock aus Reinwollfresko und einem Samt- oder Seidenmieder. Kittel und Mieder sind vorne offen und werden mit Bändern zusammengehalten. Zur Tracht gehören auch zwei Schürzen, die übereinander getragen werden. Die untere, kleinere Schürze ist schwarz und glatt, die größere, gemusterte Schürze darüber wird aus Wollmousselin gefertigt und ist ebenfalls handplissiert. Zwei mit Fransen besetzte Seiden- oder Wolltücher finden als Kopf- und Brusttuch Verwendung. Prunkstück der Tracht ist der kostbare Ledergürtel mit Federkielstickerei.

Die Gailtaler Männertracht

Den richtigen Kontrast zur bunten Frauentracht bildet die recht dunkel gehaltene Männertracht. Sie deutet auf den ehemaligen Berufstand der bäuerlichen Fuhrleute hin und gehört zum Typus der Stiefelhosentrachten. Über dem weißen Leinenhemd mit seinen bauschigen Ärmeln und der Hexenstich-Stickerei an Kragen und Manschetten wird ein hochgeschlossenes Gilet aus   bestickten Samt oder Seide getragen. Das Gilet wird mit einer dichten Reihe Silberknöpfen geschlossen, darüber wird ein buntes Seidentuch gebunden. Dazu  kommt ein brauner oder schwarzer Samtrock mit   Borteneinfassung, der  wahlweise als Einreiher oder doppelreihig getragen wird. Die schwarzen oder braunen Schaftstiefel über der Kniebundhose aus Leder reichen bis über die Knie. Ergänzt wird die Tracht mit einem breitkrempigen Velourhut mit herunterhängenden Quasten und einer schwarzen Zipfelmütze mit bunten Streifen, die meist aus der Rocktasche hängt.